Auf der anderen Seite der Welt – und doch zuhause?

 

Beyond bias: Opening to human connection in Brazil

Whether it’s at work or in our free time, many of us would love to learn how to be creative. But “thinking different” is not something we really get taught in school but often it is what happens when we open ourselves to new experiences. Experts suggest “openness to experience” is the number one thing to cultivate for personal meaningful creativity. What that means is constantly challenging yourself beyond your comfort zone, questioning assumptions, being intellectually curious and appreciating beauty. Personal growth is intimately tied to openness to experience.

Being open to new experiences, this is what the TU Darmstadt student and world traveler Joschka Geißler writes about in this JCP guest blog. He reports from Brazil during his 2- month internship in Environmental Engineering at the „UNESP Ilha Solteira University” while living at what Americans would call, a highly “energetic” fraternity house! 

„ Häufung krimineller Zwischenfälle (…) zu verzeichnen“

„oft unter Drogeneinfluss stehenden Täter sind in aller Regel bewaffnet“

Denguefieber, Malaria, Gelbfieber (…) fordern immer mehr Tote“

„Es sollte auf ungekochte Speisen (zB. Salate) verzichtet werden“

So klingen die Reisewarnungen für Brasilien auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Nicht gerade ermutigend, um eine Reise in das Land des Karneval, Fußball und Samba anzutreten. Hinzu kommen noch notwendige Impfungen, Visa-Angelegenheiten, das Heimweh, Versicherungen und die Sprachbarriere.

Als ich in ein 9.806 km entferntes kleines Studentendorf im Bundesstaat Sao Paulo aufbrach hatte ich gemischte Gefühle. Und so begann meine Zeit hier auch. Die Menschen waren hilfsbereit, keine Frage! Die Begeisterung war eigentlich immer groß, wenn Brasilianer feststellten, dass ich Deutscher bin. Ein Selfie mit dem „deutschen Gringo“ – Ein Muss!

Auch immer gegenwärtig: Das mit großer Ehrfurcht angesehene 7-1 bei der WM des letzten Jahres.

Aber was war es dann, dass mich daran hinderte mich wohl zu fühlen, wenn ich so enthusiastisch empfangen wurde?  Das Essen, der Tagesablauf, das Klima, die Umgangsweise untereinander, die sprachliche Barriere, ja selbst die Tischmanieren sind neu für mich und mehr als gewöhnungsbedürftig gewesen. Aber auch das war es nicht. Meine eigene Einstellung war es…

Vielleicht liegt es daran, dass ich in meinem Leben schon immer gerne neue Kulturen kennengelernt habe. Vielleicht hat es aber auch ganz andere Gründe. Aber ich habe begonnen mich der neuen Welt zu öffnen. Und als Dank dafür kann ich nun, 4 Monate später, sagen: Ich habe nicht nur neue Freunde kennengelernt und eine wunderschöne Zeit gehabt. Ich habe ein neues Zuhause gewonnen.

Ich machte meine eigenen Erfahrungen mit Menschen, Land und Kultur und lernte auf diese Weise diese neue Lebensweise lieben.

Sich etwas neuem zu öffnen, ist etwas, dass man nicht in Büchern lernen kann. Es ist auch etwas, das Überwindung kostet. Denn man muss seinen Komfortbereich dafür verlassen.

Sich in ein neues Umfeld zu integrieren ist etwas, dass man lernt indem man es erlebt. Es ist eine unbeschreiblich kostbare Erfahrung, die einem sein ganzes Leben begleiten und helfen kann.

Ich glaube und hoffe, dass meine Generation und die folgenden, für die die Welt immer kleiner zu werden scheint, genau diese Erfahrung immer häufiger erleben werden können. Und das durch diese Erfahrungen auch im Arbeitsalltag hier bei uns (Sei es in Unternehmen, Arbeitsgruppen oder auch Studentengruppen) eine bessere und sozialere Umgangsart zwischen den Menschen geschaffen werden kann. Eine neue Umgangsart, in der man schnell integriert wird und neues sowie altbewährtes sich nicht ausschließen.

Joschka Geißler studiert an der „Technischen Universität Darmstadt“ Umweltingenieurwissenschaften und befindet sich seit September in Brasilien.

Den größten Teil seiner Reise verbrachte er in Ilha Solteira (Sao Paulo State), an der UNESP Ilha Solteira städtischen Universität, an der er ein 9 wöchiges Praktikum absolviert. Dort lernte er auch den Arbeitsalltag der Brasilianer kennen, lebte mit 11 von ihnen in einer Wohngemeinschaft und konnte seine Eindrücke, die er bereits zuvor während seiner 6 wöchigen Reisezeit sammeln konnte, noch vertiefen.

Während seiner Praktikumszeit arbeitete er an einem Projekt, welches sich mit regionalen Erosionsproblemen beschäftigt. Er erarbeitete Lösungsansätze um weitere Erosionen zu vermeiden. Diese können bereits in 2 Monaten umgesetzt werden.

In den vergangen Jahren galt seine Begeisterung vor allem dem Reisen. So lernte er auf mehrmonatigen Reisen Kanada, Thailand, Brasilien, Skandinavien und Spanien kennen.

Seine sportlichen Interessen liegen beim Klettern und Reiten.

Auch das Studium, besonders in Bezug auf sozial und ökologisch nachhaltige ingenieurtechnische Fragestellungen, gehört zu seinen Leidenschaften.