Am Congo Square im Louis Armstrong Park, New Orleans

 

Schon öfter habe ich den Spruch „Back to the roots“  verwendet, manchmal fast wie einen abgenutzten Slogan. Aber am 5. Juli 2015 habe ich erlebt, was diese Worte wirklich meinen: in New Orleans, am Congo Square, bei über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von über 30 Grad – im Schatten, als eine ganz in weiß gekleidete Frau plötzlich an mir vorbei ging.

Sie steuerte auf eine Gruppe von afroamerikanischen Musikern zu, die im Schatten einer uralten Eiche rhythmische Patterns trommelten und dazu sangen. Ich dachte, diese Frau sei eine Touristin so wie ich, die mit neugierigem Interesse die musikalischen Improvisationen der Musiker von Nahem beobachten wollte. Doch nicht sie!

Klicken Sie auf das Bild oben, um das Video zu starten.

Man muss wissen, dass der Congo Square ein traditionsreicher Patz ist, der Anfang des 19. Jahrhunderts mitten in Storyville gelegen war, der Wiege des Jazz. Bis zum amerikanischen Bürgerkrieg trafen sich dort die Sklaven an jedem Sonntag zum gemeinsamen Musizieren und Tanzen. Ich befand mich also hier wirklich hautnah an den Wurzeln afroamerikanischer Musik.

Es ist so gut, dass heute Sonntag ist, und ich erlebe, wie diese Tradition immer noch lebt – seit 200 Jahren (http://www.congosquarepreservationsociety.org/). Ich sehe und höre kreative Musiker, von deren mitreißenden Rhythmen die Umstehenden so ergriffen werden, dass sie dem gemeinsamen Improvisieren spontan beitreten.

Kann es ein natürlicheres Beispiel geben für Join-Creative-People?